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Auf der Heimfahrt von Offenburg nach Elgersweier mit dem Fahrrad entlang an Mühlbach und Kinzig, kamen der Verfasserin, Jahrgang 1946, Erinnerungen an heiße Sommertage in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Am Anfang der Woche verkündete die Mutter: „Wenn s’Wetter so bliebt geht’s zum Wäsche an d’Kinzig.“ Wir Kinder fanden das ganz toll, nur die Mutter meinte: „des wurd wieder ä Tortour bis mer dert und wieder daheim sind mit der Schees". „Mir helfe schiebe“, war das Versprechen der Kinder.

Früh morgens ging’s los. Die Schees aus dem Schopf geholt und beladen. 

Ein schwerer Waschkübel aus Zinkblech, voll mit schmutziger Wäsche, weiß, bunt, Schaffkleider und leere Fruchtsäcke, dazu Gießkanne, Kernseife, Wurzelbürste und das Wichtigste: der Waschtisch und natürlich ein reichliches Vesper. Der Waschtisch wurde auf die Schees gestülpt und an die in die Luft ragenden Beine konnte man prima noch etwas dranhängen. Wer einen aufgeblasenen Schlauch zum Schwimmen besaß hängte ihn stolz an eines dieser Waschtischbeine, sodass die Kinder im Dorf sahen: "Mensch, der het  ä Schwimmring".     

Altes Bild Waschtag
Die Frauen beeilten sich, an die Kinzig zu kommen und die besten Plätze zu ergattern. Diese waren unterhalb des Bräh (für Nichtelgerschwierer: Bräh = Wehr). Außerdem hoffte man, dass in Hofweier nicht auch gerade Waschtag ist und eine ganze Wagenladung Hofierer Wäschwieber die guten Plätze wegschnappen. Schweißgebadet an der Kinzig angekommen ging’s los. Der Waschtisch wurde in die Fluten gestellt, die Wäscherin stand bis zu den Knien im Wasser und weichte zuerst die weiße Wäsche ein. Die Reihenfolge war immer: einweichen, dann auf dem Tisch einseifen, jedes Stück von Hand waschen, dabei auf besonders dreckige Stellen achten.

Dann wurde einmal g’schwenkt (gespült) und dann auf die Wiese zum Bleichen gelegt. Uns Kindern, besonders den Mädchen, kam die Aufgabe des spretzens (begießen) der Wäsche mit der Spretzkann zu. Denn um richtig weiß zu werden durfte sie nicht vorzeitig trocknen. So mancher Lausbub der mit sandigen Füßen über die Wäsche rannte, wurde zur Strafe in der Kinzig gedunkt oder bekam einen nassen Lappen um die Ohren gehauen, ja, ja, zimperlich waren die Wäschwieber nicht.

Nicht zu kurz kam natürlich die Unterhaltung, das Neuste wurde durchgehechelt und manch einer bekam sein Fett weg. Während die Wäsche bleichte und der zweite Stapel auf dem Tisch eingeweicht war, wurde endlich gevespert. Was gab es meistens? Bibiliskäs und suuri Bohne im Essekännli, getrennt natürlich. Die Kännli und die Flaschen mit Getränken, Wasser, Most und für die Kinder Saft oder kalter Malzkaffee, blieben kühl im fließenden Wasser. Natürlich gab’s auch manchmal Speck zum Brot.

War alles getan gingen Kinder und Mütter in die Fluten zur gründlichen Reinigung, die Haare glänzten besonders schön nach einer Spülung mit Kinzigwasser.

Wenn die Kinzig nicht viel Wasser hatte, wurde auch am Wassergraben gewaschen. Dieser musste überquert werden auf dem Weg nach Offenburg, heute Unterführung B33, und so wird erzählt, dass der damalige Zunsweirer Pfarrer vorbei kam, den Hut zog und die Frauen bat: „Ich bitte um ein gnädiges Urteil". So waren sie halt die Wäschwieber.

Heute sieht alles verklärt aus aber ich glaube, keine Frau möchte ernsthaft so eine Tortour auf sich nehmen und abends mit frisch gewaschener Wäsche und sauberen Kindern, aber total geschafft nach Hause kommen. Nicht einmal die Verfasserin dieser nostalgischen Gedanken. Es war zwar schön im Rückblick aber ich steck’ meine Wäsch’ doch lieber in d’Maschin und geh an der Kinzig spaziere.

von Lore Wiucha

 

Alter Kafferöster

Für viele Menschen gehört die Tasse Kaffee so selbstverständlich zum allmorgendlichen Ritual wie das Zähne putzen. Nach Angaben des deutschen Kaffeeverbandes konsumiert jeder Deutsche durchschnittlich rund 150 Liter Kaffee pro Jahr. Die Liebhaber des schwarzen Getränkes kaufen heute geröstete Kaffeebohnen und keine Rohware mehr, wie zum Ende des 19. Jahrhunderts noch üblich. Der Offenburger Kaufmann und Tüftler Adolf Spinner hat entscheidend zu diesem Wandel beigetragen. Vor 125 Jahren wurde seine letzte Patentschrift zur Herstellung eines Kaffee-Kugelrösters ausgegeben. Von da an konnte man frischen Röstkaffee im Kolonialwarengeschäft kaufen. Zum Jubiläum im September 2012 setzten der Heimatverein Elgersweier und Röstmeister Jens Arnold eine historische, holzbefeuerte und handbetriebene Röstmaschine wieder in Gang und demonstrierten, wie 1887 Kaffee geröstet wurde. Mit diesem Schaurösten wollte die Heimatgemeinde Elgersweier ihren Sohn Adolf Spinner ehren.

Adolf Spinner

Den Gründer der Spinner-Handelsdynastie, Adolf Spinner, 1850 als Sohn eines Handwerksmeisters geboren, trieb es ihn früh in ferne Länder um die Welt des Warenhandels kennen zu lernen. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft für Kaffee, damals Luxusgut und nur als grüne Rohbohnen gehandelt. Zu seiner Zeit rösteten die Hausfrauen den Rohkaffee in Pfannen auf dem eigenen Herd. Der daraus gebrühte Kaffee schmeckte oft scheußlich, weil die Bohnen verbrannten oder ungleichmäßig rösteten. Für Adolf Spinner eine große Verschwendung der teuren Kaffeebohnen.

Zurück in Offenburg eröffnete er im Jahre 1882 einen Kolonialwarenladen und verkaufte neben Waren des täglichen Bedarfs auch Rohkaffee. Parallel arbeite er zusammen mit einem Schlossermeister an der Weiterentwicklung der bereits auf dem Markt befindlichen Kugelröster. Durch seine Ideen, von denen er insgesamt drei Patente anmeldete, konnte der Röstprozess besser gesteuert werden. Weil die Rohbohnen im Laufe des Röstens Wasser verdunsten und so an Gewicht verlieren, hat er die Röstkugel mit einem Wiegemechanismus versehen. Bei Erreichen des eingestellten Gewichts wurde der Vorgang automatisch gestoppt. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber den damals betriebenen Maschinen, bei denen man ständig das Röstergebnis kontrollieren musste. Seine Innovation erregte Aufsehen in der Kaffeebranche.

Skizze Kaffeeröster
Gemeinsam mit seinen Brüdern Andreas und Leopold Spinner gründete er in Elgersweier, einem heutigen Stadtteil von Offenburg, eine Fabrik zur Herstellung der Erfindung. Doch nach 100 Kugelröstern war schon wieder Schluss. Adolf Spinner wollte sich fortan ganz auf den Warenhandel konzentrieren und verkaufte seine Patente für 1.000 Mark an die Emmericher Maschinenfabrik & Eisengießerei.

Die Emmericher Fabrik, heute die Firma Probat, hat sich in der gleichen Zeit mit einem, nach eigenen Angaben, Marktanteil von 70 Prozent zum Weltmarktführer im Bereich Kaffeeröster entwickelt. Ein weiser Entschluss, der auch noch 125 Jahre später Bestand hat. Aus dem Spinnerschen Kolonialwarengeschäft hat sich eine Offenburger Handelsdynastie entwickelt. 1953 legte Enkel Adolf Spinner mit der Gründung des Einkaufsverbundes „A&O“ den Grundstein für die heutige Markant-Gruppe, ein Zusammenschluss von unabhängigen Groß- und Einzelhändlern, die 20 Prozent des Umsatzes des gesamten deutschen Lebensmittelhandels repräsentieren.

von Jens Arnold

 

Der Herbst hat seinen Einzug gehalten, die Tage werden kürzer, besonders älter gewordene Menschen schauen vielleicht etwas wehmütig den langen Winterabenden entgegen. Viele Menschen empfinden es nicht so arg, weil ihre Aufgaben und Verpflichtungen sie nicht zu solchen Empfindungen kommen lassen. Fernsehprogramm und Veranstaltungen lassen es nicht an Abwechslung fehlen. Auch an Hektik lässt es bei vielen nicht mangeln. Heben wir doch ein bisschen den Verlauf aus alter Zeit hervor, nicht um sie zurück zu wünschen, nur um nicht alles in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die Leute mussten damals ohne maschinelle Hilfe körperlich viel schwerer arbeiten, trotzdem hatten sie mehr innere Ruhe in sich. So sah es vom 18. in die 19. Jahrhundertwende in Elgersweier aus: holperige Straßen, nur eine schmale dörfliche Hauptdurchgangsstraße war befestigt, mit seitlich abfallender Wasserrinne, in die das Regenwasser von der Straße abgeleitet wurde. Wasserleitungen und Kanalisation kannte man nicht. Das Wasser wurde aus Gumpbrunnen geschöpft. Das elektrische Licht wurde erst von 1910 bis 1914, zum Teil noch später in die Häuser gelegt, sofern die Hauseigentümer das Geld dazu aufbringen konnten. Anfangs benutzten die Leute zum Teil nur ganz schwache 15-Watt-Glühbirnen, um Strom zu sparen. Die Leitungen in den Häusern waren in Röhren auf dem Naturwandputz befestigt. Entlang der Straßen standen Holzmasten, von denen der Strom zu den Häusern geleitet wurde. Auch die Straßenlaternen befanden sich an diesen Masten. Die Stromleitungen waren anfangs aus dünnen Eisendrähten mit einfachem Isolierband umwickelt. Bei Reparaturen hatten die Männer vom E-Werk Hakenringe an ihren Schuhen befestigt, um an den Masten hoch klettern zu können.

Zuvor bestanden die Hausbeleuchtungen aus Petroleumlampen und Stearinkerzen. Straßenbeleuchtungen gab es nur an den wichtigsten Punkten im Dorf. Auch diese Laternen, anfangs noch Petroleumleuchten, wurden in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts bei Anbruch der Dunkelheit im Auftrag der Gemeinde für ein kleines Entgelt von Frau Therese Lienhard, Kirchstraße 9, angezündet und nachts zwischen 23.30 und 24 Uhr wieder gelöscht. Diese Frau musste eine kleine Leiter mit sich tragen, um die Lampen erreichen zu können.

Zum Wäsche glätten benutzte man damals noch Gussbügeleisen, die mit glühender Kohle gefüllt wurden. Es gab auch kleine Handeisen (Rutscherle), die man auf der Herdplatte heiß werden ließ. Gegen kalte Füße wurden Backsteine in den Küchenbackofen zum wärmen gestellt und abends in einem eingewickelten Tuch ins Bett gelegt.

Bei landwirtschaftlichen Anwesen fand man neben der Stallung im Hof, auch vielfach neben der Straße meist sauber aufgeschichtete Misthaufen. Auch dieser Blickfang prägte zu damaligen Zeiten ein idyllisches Dorfbild, es war selbstverständlich und gehörte einfach dazu.

Es war ein schöner alter Brauch, dass die Leute an den langen Winterabenden „z’Liecht“ gegangen sind, um Geselligkeit zu pflegen, aber auch um Licht und Heizung zu sparen. So hatte man sich abwechselnd bei Nachbarn, Freunden und Verwandten abends in der Stube oder Küche zusammengesetzt und sich über Familie und Dorfbegebenheiten unterhalten. Die Frauen machten Handarbeiten, strickten oder arbeiteten am Spinnrad, die Männer spielten Karten. Oft wurde gesungen. Nebenbei gab es Most, Äpfel, Birnen, Nüsse, was gerade da war. Leute die sparsam leben mussten, saßen manchmal auch im Dunkeln vor der geöffneten Herdklappe, um Wärme und Licht aus dem Herdfeuer zu nutzen, was nicht ungefährlich war. Die Menschen waren damals mehr aufeinander angewiesen und deshalb auch hilfsbereiter.

von Lore Wiucha

 

Wer kann sich heute noch vorstellen, ohne die großen Einkaufsmärkte oder “Nah und Gut“ zu leben?

 

Viele erinnern sich noch an Zeiten als wir noch drei! Bäcker im Ort hatten: s’Becke Franze (heute Bäckerei Schwaab), der Dohle Beck (früher Kreuzwegstr.10) und der Fritze Beck (später s’Eggse-Becke, Offenburger Straße).

Diese Bäcker und vier sog. Kolonialwarenläden sowie drei Metzger sorgten für das Nötigste, was eine Familie oder Hausfrau so brauchte.

Ging Geschirr oder ein Milchhafe kaputt, musste man in die Stadt oder man wartete auf den G’schirr-Sepp.

Die Schreiberin erinnert sich noch gut an den Planwagen mit Rössle und dem geheimnisvollen Mann, der auch Alteisen aufkaufte und durch den Bott angekündigt wurde, sowie seine Ankunft auch noch mal mit einer Schell kund tat.

Er stand mit seinem Gefährt neben dem Gasthaus „Linde“, heute China-Restaurant und hatte Zeller Keramik zweiter Wahl in seinem Wagen im Stroh gelagert. Kaufen konnte man das Geschirr nicht, es wurde gegen Lumpen getauscht.

Das waren wirkliche Lumpen, keine „Altkleider“. Wenn wir als Kinder von der Mutter ein paar Lumpen erbettelt hatten, hofften wir, dass es für ein Hahn-und-Henne-Schüssele, oder Teller reichen würde. Es ging nach Gewicht, der G’schirr-Sepp wog die Lumpen mit der Federwaage und die Enttäuschung war groß, wenn es wieder nur für ein kleines Puppentässle reichte und nicht für das begehrte Objekt. Später gab es alle Haushaltwaren in’s Blechners (Kreuzwegstr. 5) und bei’s Vögelis (Sparkasse).

Die Seifenfrau, der Name sagt es schon, verkaufte Seife und Waschpulver und kam mit ihrer Schees aus Zunsweier. Ihre Stammkundschaft in Elgersweier, meine Großmutter und Mutter gehörten dazu, kauften gern bei ihr. Ich habe heute noch den Duft von echten Seifenflocken in der Nase, der ihrer Schees entströmte. Natürlich gab es auch Kernseife, und Henko, Persil, Sil, Imi und Ata, alles in kleinen Päckchen, man war ja sparsam. Der Name der freundlichen Seifenfrau, die auch “Schmecki-Seif’“(Seife mit Duft) anbot, war Katharina Bau aus Zunsweier.

An die Nudelpeter-Bärb kann ich mich und viele Elgersweierer auch noch gut erinnern. Sie hieß mit vollem Namen Barbara Kümmerlin, geb. Adler, die Mutter von Karin Mellert. Die Familie wohnte in der Ortenaustr. 52. Trotz ihrer Gehbehinderung sah man sie mit Fahrrad und kleinem Anhänger im Dorf die beliebten "Nudel-Peter" Nudeln verkaufen und Bestellungen aufnehmen. In so manchem Haushalt finden sich bestimmt noch Holzkochlöffel mit der Nudelpeter-Aufschrift. Die Bärb war aber auch noch anderweitig tätig und zwar als Näherin, daheim und auf Kundendienst in den Häusern bis nach Hildboltsweier. Tochter Karin durfte immer mit. Die Bärb nähte, änderte ab und flickte Wäsche. Manches Männerhemd bekam einen neuen Kragen und zwar durch Wenden des Alten. Reich konnte eine Näherin nicht werden, meist gab es ein kleines Entgeld und ein Vesper. Natürlich gab es auch viele Neuigkeiten zu erzählen.

In einer kleinen Reihenfolge möchte ich auch noch von anderen Geschäften, Tätigkeiten und Handwerkern, die es früher in Elgersweier gab, berichten. Wie hieß es früher beim täglichen Roman in der Zeitung? Fortsetzung folgt. 

                                                                                                                                von Lore Wiucha
 

Bei einem Spaziergang durch unseren Ort fällt auf, besonders im vergangenen Jahr, dass sich sehr viel geändert bzw. verändert hat.

Einige Gebäude, die über Jahrzehnte, ja sogar über 100 Jahre das Dorfbild prägten gibt es nicht mehr. Am auffallendsten ist der Abriss des Hauses Maier/Walter mitten im Ort. Es stammte ursprünglich aus dem Jahr 1780 und war das Haus eines der letzten Erblehenmaier: Anton Klein.

Ab dem Jahre 1855 war es im Besitz der Fam. Maier, die auch Umbauarbeiten vorgenommen hat. Lange Zeit unbewohnt steht nun ein Neubau an seiner Stelle.

 

Ganz markant in der Offenburger Straße: die riesige Baugrube des ehemaligen Gasthaus „Sonne“, das vor kurzem dem Abrissbagger zum Opfer fiel.

 
Abriss Gasthaus Sonne

 

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ehem. Gasthaus Sonne,
Offenburger-Straße

Zur Geschichte des Hauses:

Es wurde als Gasthaus und Brauerei im Jahre 1898 gebaut und hieß nach dem damaligen Besitzer: Gasthaus und Brauerei Josef Armbruster.

Josef Armbruster stammte aus Reichenbach und erwarb in den Jahren 1897/98 drei kleine Häuser, die er abriss und im Jahre 1898 an ihrer Stelle ein stattliches Haus baute. Im Feuerversicherungsbuch ist es wie folgt beschrieben:

Wohngebäude mit Wirtschaftslokal, Brauerei, Abtritt und Schienenkeller, Bier- und Eiskeller mit Kniestock, Anbau, Wirtschaftssaal mit gewölbtem Keller.

Die Tochter Emma Armbruster heiratete den Metzger Wilhelm Stigler aus Gengenbach und richtete mit diesem eine Metzgerei ein, auf dem alten Foto gut zu sehen. Ab diesem Zeitpunkt ging man in’s Stiglers.

Nach Aufgabe der Gaststätte durch Fam. Stigler kam das Haus an die Gemeinde und wurde als Gasthaus „Sonne“ von verschiedenen Pächtern weitergeführt. Der letzte Eigentümer war die Kronenbrauerei Offenburg.

Viele Erinnerungen an die früher sehr beliebte Wirtschaft sind mit dem Abriss nun Geschichte geworden.

Mit Wehmut sieht die Chronistin die Verstädterung unseres Ortes fortschreiten.

Diese Bemerkung sei einer alten Elgersweirerin erlaubt. "Nix für unguet."

von Lore Wiucha

 

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Kirchendenkmal

Das unbeständige, nasse Wetter hat es Bildhauer Tobias Huber aus Oberkirch nicht leicht gemacht, die vom Heimatverein in Auftrag gegebene Restaurierung des 250 Jahre alten Kreuzes und des über 150 Jahre alten Denkmales vor der Kirche fertig zu stellen. Seit dem Anbau des Turmes im Jahre 1881 stehen die Denkmale auf Kirchengelände.

Kirchendenkmal rechts

 

 

Das Kreuz auf der rechten Seite, allgemein als Missionskreuz betitelt, stand früher auf dem Friedhof, welcher um die Kirche herum angelegt war. Im Jahr 1881 wurde  das Kreuz vor den neuerbauten Teil der Kirche versetzt, welcher heute den hinteren Teil der Kirche bildet.

 

Kirchendenkmal links

Das Denkmal links hat eine besondere Geschichte. Es ist das Grabmal für den Pfarrverweser Leopold Adam, der von 1848 bis zu seinem plötzlichen frühen Tod im September 1849 die Seelsorge in Elgersweier wahrnahm und im Pfarrhaus wohnte.

Leopold Adam war zuvor  Fürstlich Fürstenbergischer Hofkaplan, Lehrer und Erzieher der Kinder, sowie Seelsorger der Familie des Fürsten Carl Egon II in Donaueschingen. Die Fürstliche Familie ließ ihrem unvergessenen Hofkaplan dieses Denkmal mit einer Widmung auf der Rückseite errichten.

 

Auf Anraten von Herrn Huber ließ die Kirchengemeinde die zu groß gewordenen Koniferen entfernen, da diese immer wieder zu Moos und Flechtenbildung auf dem Sandstein führten.

Frau Karin Mellert vom Kontaktdienst, die auch die Pflanzen betreut hat die Blumenbeete nun neu angepflanzt. Die Stauden und Rosen wurden von den Frauen des Kontaktdienstes gestiftet. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott.

Dank auch an Herrn Clausen von der städtischen Denkmalabteilung für die Beratung und Einschätzung, sowie der Stadtverwaltung Offenburg für die finanzielle Unterstützung.

Der Heimatverein sieht seine Aufgabe unter anderem darin, solche Denkmale für die Nachwelt zu erhalten und wird die Kosten von  4000.- € gerne übernehmen.

Schauen sie sich diese zwei steinernen Zeitzeugen Elgersweirer Geschichte bei einem Spaziergang, oder Friedhofbesuch einmal näher an und freuen sie sich über das harmonische Gesamtbild.

Wer eine Spende für diese Projekte machen möchte kann dies gerne tun. Unser Kassierer Erich Spinner, oder Mitglieder der Vorstandschaft freuen sich über jede Gabe.

Spendenkonto: Volksbank eG - Die Gestalterbank, IBAN: DE31 6649 0000 0071 8928 08

Selbstverständlich erhalten sie eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt.

                                                                                                                                von Lore Wiucha